Ich wünsche mir eine Schule in der Lehrer sich von Floskeln befreien wie:

  • „Wir Lehrer sitzen am längeren Ast. Ihr braucht nicht glauben, dass ihr hier irgendetwas zu entscheiden oder zu ändern habt.“
  • Oder auch: „Das ist halt so. Jeder muss durch die Schulzeit, da kannst du nichts ändern. Mich hat damals auch niemand gefragt wie‘s mir geht. Nimm das jetzt so hin. Es ist so.“

Ich wünsch mir eine Schule in der jeder von der Würde her wirklich gleichbehandelt wird.

Ich wünsche mir eine Schüle ohne Nervenkrieg – weder für Schüler noch für Eltern und auch nicht für Lehrer.

Ich wünsche mir selbstbewusste Lehrer, welche sich wirklich für die Schüler, aber auch für sich selber interessieren und Verantwortung übernehmen wollen und Lehrer, welche sehr selbst reflektiert sind. Ich wünsche mir Lehrer, die sich auch gerne mit sich und ihrer eigenen Geschichte beschäftigen. Lehrer die ihre eigene Kindheit und Erziehung hinterfragen bzw. sich selber Fragen stellen wie:

  • Was war schlecht/gut in meiner Kindheit?
  • Was möchte ich weitergeben und was will ich auf gar keinen Fall weitergeben?
  • Brauche ich eventuell Hilfe, weil ich merke ich wiederhole Muster, die ich selber als Kind für schrecklich empfand – warum gebe ich diese negativen Erfahrung jetzt an meine Schüler weiter?
  • Fühle ich mich gut, wenn ich Kinder erniedrigen kann?

Denn so wie Lehrer mit Schülern umgehen, sagt sehr viel aus, wie mit ihnen umgegangen wurde, als sie selber noch Kinder waren.

Ich wünsch mir eine Schule mit Lehrer, die merken ob sie Schülern etwas beibringen oder ob die Schüler das schon vorher konnten.

Ich wünsche mir in der Schule Nein sagen, meine Meinung sagen zu dürfen ohne Angst zu haben negativ beurteilt zu werden. Ich wünsch mir auch Personen – also Lehrer – die ein Nein bzw. eine andere Meinung annehmen können bzw. offen sind für andere Meinungen.

Ich wünsche mir Lehrer, die nicht über Homosexuelle lästern.

Ich wünsch mir, dass Lehrer gut bezahlt werden und mit Supervision gefördert und unterstützt werden.

Ich wünsche mir, dass das Gesamtprojekt Schule (Lehrer, Schüler, …) nicht vom Staat allein gelassen wird. Denn ich habe oft den Eindruck, den Politikern ist es egal, denn es stehen ja Lehrer in den Klassen und die sollen schauen wie sie mit den Kindern zu Recht kommen. Ein Schulgebäude neu zu streichen oder Verpflichtungen einzuführen ist nett, aber reicht nicht! Eine Arbeit bei der ich mit Menschen zu tun habe ist eine große Herausforderung und braucht viele helfende Hände. Die Frage ist nur, ob der Staat will, dass es allen Kindern gut geht, denn stellen wir uns einmal vor, wir achten auf unsere Kinder: Dann gibt es womöglich weniger Krankheiten… weniger psychische Krankheiten… dann gibt es selbstbewusste Menschen, die wissen was sie wollen! Die sich nicht mehr alles gefallen lassen und vielleicht mehr überlegen, weil ihnen nicht mehr alles wurscht und egal ist.

Ich wünsche mir Klassen mit maximal 10 Kindern und mindestens zwei Lehrern, damit man gut mit den Familien zusammenarbeiten kann, denn das empfinde ich persönlich nämlich als sehr wichtig.

Ich wünsche mir eine Schule in der morgens oder einmal zwischendurch meditiert wird.

Ich wünsche mir eine Schule in der Nachhilfeunterricht überflüssig ist, denn das kostet sehr viel Geld und Lehrer werden ja für das Unterrichten bezahlt. Ich geh ja auch nicht zum Bäcker, hol mir meinen Teig ab und geh dann noch mal zu einem anderen Bäcker und lass es dort fertig backen und bezahle dann noch einmal einen enormen Betrag dafür.

Ich wünsche mir eine Schule in der alle Lerntypen berücksichtigt werden.

Ich wünsche mir eine Schule in der man wirklich viele Fragen stellen darf.

Ich wünsche mir Lehrer, die sich nicht über Kinder lustig machen oder über das Aussehen eines Kindes urteilen, sondern sie motivieren und wertschätzen.

Ich wünsche mir Lehrer, welche keine Alkoholprobleme haben bzw. sich Hilfe suchen bzw. Kollegen nicht wegschauen oder Hilfe anbieten.

Ich wünsche mir eine Schule in der es keinen herkömmlichen Turnunterricht gibt, sondern ich kann zwischen verschiedenen Sportarten am Nachmittag wählen (Fußball, Volleyball, …) und eventuell könnte man auch Musikklassen machen (bei denen man sich ein Instrument ausborgen darf inkl. Unterricht) und das finanziert vom Staat.

Ich wünsche mir mehr Realität – das Leben fängt NACH der Schule an – kompletter Blödsinn. Leben ist hier und jetzt.

Mehr Steuerausgleich, Recht, Arbeitsrecht bereits Unterstufe sowie Psychologie und Ethik bereits in der Volksschule anfangen dass die Kinder lernen, es ist nicht normal dass Eltern ihre Kinder misshandeln und es ist auch nicht normal dabei zuzusehen und nichts zu machen.

Ich wünsche mir eine Schule in der Kreativität genauso wertgeschätzt wird wie Mathematik.
Regina, Lebenskünstlerin